Marcus Reiter wurde am 24.04.74 in D- Traunstein geboren.
Er begann im Alter von 5 Jahren eine klassische Ausbildung an der Trompete und spielte früh in diversen Ensembles.
Einige Jahre später begann er mit einer E-Bass Ausbildung die ihn erstmals zum Jazz führte.
Mit 18 Jahren begann er ein Musikstudium an der BSM München bei Horst Polland und Eric Kisser. Danach führte ihn sein Weg nach Linz an die Bruckner Universität für Musik, Tanz und Schauspiel. Hier absolvierte er ein IGP-Studium in Jazz und Popularmusik mit Auszeichnung.
Er war unter anderem als Bassist mit Zabine (Ex-Sängerin von Hubert von Goisern) und der Wiener Avantgarde-Pop Band "Lovely Rita" auf Tournee. Einer der Höhepunkte dieser Band war das Konzert "Lovely Rita meets Fred Frith".
Nebenbei erweiterte er auch sein Instrumentalwissen um drei Instrumente und beherrscht außer Bass und Trompete auch Gitarre, Klavier/Keyboards und Percussion.
Mit seiner ersten CD vereint er all seine Kenntnisse: das Komponieren von Musik, den Umgang mit Studioequipment und das Produzieren von Musik. Mit "Living in a Waitingroom" verwirklicht er sich als Musiker, Komponist, Arrangeur, Tontechniker und Produzent, gleichermaßen.
Wir schreiben das Jahr 2005 und es liegt eine Menge an Erfahrungen, Entwicklung und auch an Arbeit hinter mir...
Aller Anfang ist leicht...
Angefangen hat alles mit Unterrichtsstunden auf der Trompete, und an diesen Anfang meiner Musikerlaufbahn kann ich mich noch sehr lebhaft erinnern. Ich habe nie geübt und trotzdem behaupteten alle, dass ich immer besser werden würde und ein großes Talent sei. Das ist jetzt im Nachhinein das wohl Wertvollste, was ich erfahren durfte. Ich hatte das große Glück von meinem Lehrer mit technischem Schnickschnack in Ruhe gelassen worden zu sein. Jener Schnickschnack, mit dem so oft die Liebe zur Musik im Keim erstickt wird. Dieser geistige Luxus ist in unserer leistungsorientierten Welt leider nicht mehr so üblich. Mein damaliger Lehrer hat das unterstützt, was in jungen Jahren wohl am wichtigsten ist: Alles mit einer großen Leidenschaft und Seele zu tun, ohne unter Druck gesetzt zu werden! Unter anderen Umständen hätte ich sicherlich wieder mit der Musik aufgehört, denn meine Faulheit war stärker als der Wille ein ausgezeichneter Trompeter zu werden...
Die Zeit in der ich mich wirklich intensiv mit der Musik auseinandergesetzt habe, ist erst später gekommen. Als mir ein anderes, ein neues Instrument den Kopf verdreht hat: Der Bass!
Ich wusste, die Zeit alles spielerisch zu erlernen war vorüber und jetzt musste ich wirklich ernsthaft an die Sache gehen. Ich muss heute noch über meine ersten Bassstunden lachen, die ich mir bei einem Basslehrer genommen habe, der selbst noch Bassstunden nahm. Ich verbrachte die ersten 3 Monate damit, mit meinen 4 Leersaiten zu spielen und die Finger meiner rechten Hand mit Klebebändern und kleinen Holzstücken zu stützen, damit ich sie nicht abbiege, denn das durfte ich nicht! Ebenso habe ich alles im Tempo 60 bpm geübt, wovon ich heute noch profitiere! Obwohl viele andere Bassisten über dieses Tempo klagen, habe ich heute mit Balladen im Tempo von 40 bpm nicht die geringsten Probleme!
BSM München
Als ich in München auf der BSM ein Studium in E-Bass begonnen hatte, befand ich mich in einer fanatischen Übungsphase. Mindestens 5 Stunden am Tag verbrachte ich damit, mir das Leben mit allen möglichen und unmöglichen, technischen Übungen schwer zu machen. Das war die Zeit, in der ich mein Instrument das erste Mal wirklich unter Kontrolle gebracht habe.
Ich habe mich in Bassisten wie Nathan East, Rocco Prestia und Jimmy Haslip verliebt. Sie hatten das was ich sein wollte: Nathan East spielt im Pop nie einen Ton zuviel, hat einen super Sound und ist ein cooler Typ. Rocco Prestia hat mich mit seiner eigenartigen Spielweise fasziniert und geprägt. Jimmie Haslip inspirierte mich mit seinen Solos, denn er spielt keine Licks sondern das, was er hört.
Uni Linz
Nach 2 Jahren war ich reif für die Universität. Bereits bei meinem ersten Aufnahmeprüfungsversuch an der Bruckneruniversität in Linz wurde ich von Prof. Helmut Schönleitner als neuer Student aufgenommen. Das war wirklich eine tolle Zeit und es waren wirklich tolle Musiker an dieser Uni, die mir gleich mal jegliches Selbstbewusstsein genommen haben. Hingegen hat mir mein Professor das gegeben was ich gebraucht habe: Großes Selbstvertrauen! Lob hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt von keinem Lehrer bekommen. Durch diese Art von Unterstützung habe ich wirklich meine Identität gefunden und entwickelte mich zu einem eigenständigen Bassisten, der sich sehr früh von all den Vorbildern abgenabelt und seinen eigenen Ideen den Vorrang gewährt hat!
ON TOUR
Meine ersten Tourerfahrungen machte ich kurz darauf mit Zabine - der Ex-Sängerin von Hubert von Goisern, die mich für ihre Tournee engagierte. Ohh ja, da ist so ziemlich alles schief gelaufen, aber ich hab eine Menge gelernt: Traue nie einem Manager, und schon gar keinem Tourbegleiter/in. Häng dich bei fremden Projekten nur in die Musik rein und lass deine Finger aus allem, das dich nichts angeht. Nimm dir kein Doppelzimmer mit einem anderen Musiker! Wenn du damit anfängst kriegst du für den Rest der Tournee einen Zimmergenossen aufs Auge gedrückt. Und: "Never never never touch the singer!", das geht immer böse aus. Die Musiker sind nach der Reihe, 4 Wochen später geflogen. Vertrau niemanden außer dir selbst und glaub nicht, dass irgendwer dein Freund ist solange du erfolgreich bist! Ist der Erfolg weg, gibt's auch keine "Freundschaft" mehr. UND: Gib nie deine ganzen Gigs für ein Projekt auf, das nicht hundertprozentig läuft.
Das Leben danach...
Diese Niederlage traf mich hart und auf dem Boden der Tatsachen zurück, es war nichts mehr von dem vermeintlichen Glanz der Musikbranche zu spüren! Alle Jobs bei den bisherigen Bands waren nachbesetzt worden, kein Geld, ein dickes Minus auf dem Konto und Angebote die mir wirklich nicht gut gefielen.
Aber es kommt immer etwas neues des Weges und kurz darauf holte mich Martin Stepanik zu Lovely Rita, einer phantastischen und seltsamen Band aus Wien! Da ging es kräftig zur Sache und den 4/4 takt konnte ich in gewohnter Weise vorerst mal ad acta legen. Eine tolle Herausforderung und mit der anfänglichen Konfusion (Wo bin ich jetzt? Jetzt müsste es bald in den B-Teil gehen!? O-Weh jetzt bin ich verloren....) lernte ich schnell umzugehen und fühlte mich bald pudelwohl.
Zu dieser Zeit wurde ich auch für unterschiedliche Theaterproduktionen engagiert und "basste" mich durch die Musicalwelt. Dort hab ich gelernt: "Schau immer was sich hinter dir abspielt und bloß nicht auf den Dirigenten, der Schlagzeuger gibt die wirklichen Einsätze!
Später holte mich der bekannte Linzer Gitarrist Hooch in seine Band in der ich 3 Jahre verbracht habe und auch einiges gelernt habe: Auch wenn du genau weißt, dass der Schlagzeuger gerade die vierte Sechzehntel spielt, der Chef hat immer recht! Wenn der Chef glaubt, es war die dritte, dann behauptest du das einfach auch. Ansonsten schickt er dich mit hochrotem Kopf in die Landesmusikschule, um dir dort Nachhilfestunden zu bezahlen! ;-)
Zeitgleich lernte ich meinen Lieblingsdrummer LX Pohn kennen! 3 Jahre lang spielten wir jeden Montag in einem Musikclub. Das waren Zeiten! Wir haben bei gleich bleibender Band jeden Montag mit wechselnden Gastsängern/innen gespielt. Das bedeutete natürlich auch jede Woche ein neues Programm. Das war die harte Schule, jede Menge Arbeit aber brachte auch unheimliche Routine. Ich glaube, wir hatten nach 3 Jahren ein Repertoir von ca. 200 Nummern durchgekaut.
DIE ZEIT IST REIF...
Während dieser Zeit fasste ich auch den Entschluss endlich mein erstes Album in Angriff zu nehmen. Meine erste CD unter eigenem Namen sollte entstehen. In meinem damals kürzlich eingerichteten Privat-Studio sollte diese professionell produziert werden. Dann jedoch stellte sich noch die Frage wer die passende Stimme für mein Album sein könnte und wird. Wer mich kennt weiß, dass Musik ohne Gesang für mich nicht mehr in Frage kommt! Und bei eben einer dieser Montaggigs war Sie - Samy Jones! Wir kannten uns vom Studium an der Uni und nach langer Zeit, in der wir uns nicht gesehen hatten, trafen, sahen und hörten wir uns bei diesem gemeinsamen Gig wieder! Ich erzählte ihr von meiner Idee, sie war begeistert und von da an die Sängerin, in diesem Projekt. Es begann eine spannende Phase! Ich habe täglich bis zu 5 Stunden produziert, neben Proben, Konzerten und meinem Co-Job als Dozent an der LHB. Ich habe versucht, alle Instrumente selber einzuspielen, entwickelte mich schnell zum Perfektionisten und wollte mir von keinem anderen dreinpfuschen lassen. Ich kam oft vom hundertsten ins tausendste und arbeitete nächtelang wie ein Besessener. Samy hab ich oft derartig mit meinen seltsamen Wünschen genervt dass ich gar nicht mehr weiß, wie Sie das ausgehalten hat. Aber die Arbeit mit Ihr war sehr, sehr kreativ, fruchtbar und produktiv und das gleiche hat Sie sich wohl auch gedacht. Wir sind uns musikalisch immer näher gekommen und mit ihren beigesteuerten Lyrics ist eine wundervolle CD entstanden. "Living in a waitingroom" ist das bisherige Highlight in meiner musikalischen Laufbahn und zählt mehr als alles andere, das ich in bisher musikalisch gemacht habe.
Große Unterstützung habe ich auch von LX Pohn bekommen, der mit seinem überperfektionierten Gehör alle Läuse husten hörte. Er war nicht nur als Drummer sondern auch als mein größter Kritiker in diese CD mit eingebunden. Er hat einen großen und wichtigen Teil zu diesem Projekt beigetragen.
Die Arbeit geht weiter...
Im August dieses Jahres habe ich alle Aufgaben des Produzierens abgeschlossen und machte mich auf die Suche nach einer Plattenfirma. Über 50 Labels habe ich mit einem durchgestylten Produktion-Kit inkl. Vorproduktion angeschrieben. Die Zeit des Abwartens war somit angebrochen.. Nach zwei Wochen kamen die ersten 4 Standart-Absagen die ich schon erwartet hatte. Nach weiteren Absagen klingelte jedoch das Telefon und Rolf aus Hamburg legte mir nahe, dass Sie zwar kein Interesse an diesem Produkt haben, weil sie ausschließlich Mainstream verlegen (das who is who des Pop Mainstream )aber er findet, meine Produktion sei so gut, dass er mir helfen müsste. Dadurch hatte ich schon einen Tag später einen Vertrieb in Deutschland. Die liefern alles an was im Fach- und Internethandel Rang und Namen hat. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt aber noch kein Label, das brauchte ich aber um diesen Vertrag unterzeichnen zu können.
SKYmusic
In dieser Notsituation rief ich kurzerhand einen Krisenstab zusammen und beschloss mit einem langjährigen Freund, Musiker und LT1 Journalist Jürgen Steyer ein Label zu gründen! Ich erzählte Samy davon, sie wurde daraufhin ganz Ohr! An einem Off-Day ihrer Global.Kryner Tournee, auf der Sie gerade 200 Konzerte im Jahr bestreitet, trafen wir uns zum Sushi-Essen. Bei rohem Fisch besprachen wir die gemeinsame Sache, die wir ab jetzt zum Kochen bringen werden.
SKYmusic war geboren und ab Tag 1 an einen Vertrieb gekoppelt. Ein toller, fast utopischer Start! Tags darauf leutete das Telefon erneut und ein zweites Label nahm Kontakt auf um nach kurzer Zeit und nach mehreren Telefonaten Interesse an einer neuen Produktion anzukündigen. Eine sehr aufregende und spannende Zeit. Die Motivation ist hoch und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen!
CD Release ist am 12. Dezember 2005, im Januar 06 geht's los mit Live-Konzerten und auch die neue Produktion ist mit sehr vielen Ideen schon in Vorbereitung.
Auf in eine neue Runde, aber dieses Mal nicht im Alleingang sondern mit einem Label und Partnern: Jürgen und Samy. Aber alles Schritt für Schritt. Die interessanten Labelanfragen genieße ich mit Vorsicht. Denn eines habe ich ja in den Jahren gelernt, trau deiner Freundin, Mutter oder deinem besten Freund, aber keinem der mit dir Geld verdienen will!
To be continued...
